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1. Betriebsausflug 1968

2. Frauenkauf auf der TANGANYIKA




Betriebsausflug 1968




Die Bemühungen der Heuerabteilung um die schon traditionellen Ausflüge wurden in diesem Jahr auch von dem Wettergott belohnt. Die strahlende Sonne ließ schon morgens die Fahrt auf der Elbe mit der vertrauten MS HAMBURG zu einem Erlebnis werden.


Pünktlich um 7.00 Uhr verläßt die MS HAMBURG die Landungsbrücken


Foto: Slg. Kraft


Und so wie die Elbe jeden Tag ein neues Gesicht zeigt und uns doch immer vertraut bleibt, so sind auch unsere Ausflüge jedes Jahr neu, obwohl sie alle den gleichen Rahmen besitzen. Doch ist es gerade dieser Rahmen, der es uns leicht macht, uns jedes Jahr wieder auf unsere Ausflüge zu freuen.


Ankunft am Anleger Krautsand


Foto: Slg. Kraft


Das Ziel: Buhrfeind`s Hotel


Ansichtskarte: Slg. Kraft


Warten auf die berühmt berüchtigte Hochzeitsuppe


Foto: Slg. Kraft


Sie geben uns für einen Tag die Gelegenheit, Arbeitskollegen, die wir vorher kaum gesehen haben, kennenzulernen, uns immer wieder klarzumachen, wie viele Menschen mit den verschiedensten Berufen - von der Telefonistin bis zum Schiffskoch - zusammenwirken müssen, um unsere Schiffe fahren zu lassen.


Bescherung durch Frau Elsa Essberger


Foto: Slg. Kraft


Fröhliche Kaffeerunde


Foto: Slg. Kraft


Gemütliches Beisammensein


Foto: Slg. Kraft

Daneben wird bei allen Unterschieden auf unseren Ausflügen aber auch deutlich, wie viel uns alle verbindet. Da sind die Kinder, die sich an Ponies und Kasper erfreuen können - da ist aber auch die gemeinsame Freude der Erwachsenen, einen unbeschwerten Tag mit Kegeln, Minigolf, Fußball und Tanz zu verbringen -, für einen Tag das Gefühl zu haben, ohne Verpflichtungen zu sein, es sei denn, Sonne, Schiffahrt, Spiel und Begegnungen zu genießen.


MS HAMBURG verläßt Krautsand


Foto: Slg. Kraft


Die letzten Wertmarken wurden in Salzstangen investiert


Foto: Slg. Kraft

Und so stellt es sich dann ein, jedes Jahr wieder, jedes Jahr anders und neu: das Wissen, dass wir trotz aller unterschiedlichen Aufgaben zusammengehören - und wenn es nur die Elbe und die Schiffe sind, die uns verbinden, und dass wir neben der gemeinsamen Arbeit auch gemeinsam einen herrlichen Ferientag verbringen können.




Frauenkauf auf der TANGANYIKA

Von Kapitän Oskar Beyer




Reedereipostkarte: Slg. Kraft


Es geschah auf MS TANGANYIKA am helllichten Tag während unseres Aufenthalts in Mombasa im Mai/Juni 1969.

Bereits auf der Ausreise ruhten die Augen eines afrikanischen Einklarierungsbeamten sehr wohlgefällig und überaus freundlich auf den recht eindrucksvollen, netten und ausgesprochen weiblichen Formen unserer jungen österreichischen Stewardeß. Bei unserer nächsten Ankunft in Mombasa wurde vom gleichen Beamten großherzig dem Schiff eine zusätzliche große Kiste Bier freigegeben. Dabei wurde der offenbar inzwischen ernsthaft ventilierten Frage Luft gegeben, was denn so ein Mädchen vom Schiff kosten würde, wie viele Kühe man dafür geben müsste, um sie zu kaufen.

Der gefragte 1. Steward holte tief Luft und meinte nach einer Weile, daß mit 20 Kühen für das Mädchen wohl nicht zuviel bezahlt werden würde, es aber doch besser wäre, in dieser durchaus schwierigen Frage den Manager des Schiffes um Rat zu bitten.

Der als Manager des Schiffes hinzugezogene Ltd. Ingenieur kam nach gemeinsamen ernsthaften Überlegungen, wobei die gesunde, dralle Frische des Mädchens besonders hervorgestellt wurde, zu dem Ergebnis, dass unsere Stewardeß mindestens 24 Kühe wert wäre! Stirnrunzelndes Schweigen beim Publikum, auch bei der anwesenden humorvollen Stewardeß.

Schließlich die fast enttäuschte Frage des eifrigen Bewerbers, ob man das Mädchen nicht mit Geld bezahlen könnte, was dann allerdings eine Angelegenheit der Eltern des Mädchens wäre.

Unser Freier war inzwischen mit seiner zukünftigen Braut näher in Tuchfühlung gegangen, und er wünschte zu wissen, mit welchen Lebensmitteln sie später zu ernähren wäre. Schließlich wurde auch eine vom Mädchen gewünschte Mitarbeit zum gemeinsamen Haushalt in Erwägung gezogen und dafür eine gute Bürostelle in Nairobi, in Aussicht gestellt, aber mit dem laut lachenden Ausruf in echt österreichisch: "Er tastet mi´scho ab!!!" und mit der Flucht hinter die Barschranke endete der Frauenkauf auf der TANGANYIKA.