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BROERE SHIPPING
Vom Busunternehmen zur Tankreederei


Ende 1922 eröffnen die Brüder Jacobus und Bastiaan Broere einen Omnibusdienst. Der Verkehr, der mit einem gebrauchten Ford aufgenommen wird, führt von Alblasserdam, nördlich von Drodrecht bach Utrecht und zurück. Bald schon erweist sich das Geschäft als zu klein, um der gestiegenen Transportnachfrage zu entsprechen, und so werden die ersten Fahrer beschäftigt und weitere Fahrzeuge dem Fuhrbetrieb hinzugefügt.

Um die Treibstoffkosten gering zu halten, entschließen sich die Gebrüder Broere, das Benzin direkt bei den Ölgesellschaften zu kaufen. Als Konsequenz übersteigen die Abnahmemengen den eigenen Bedarf bei weitem, so daß der Überschuß an Dritte verkauft wird. Der Handel mit Treib-, Schmierstoffen und Petroleum entwickelt sich gegenüber den Buslinien schnell zum größeren und profitableren Geschäftszweig. Bereits 1927 kauft die Firma Benzin auf internationaler Ebene.

Bei Ausbruch des II. Weltkrieges gehören den Gebr. Broere neun Schiffe. Die Deutschen Besatzer requirieren die Bargen, Tanklaster und Tanklager für ihre Logistik und 1943 stellen die Gebr. Broere den Betrieb ein.

Nach Ende des Krieges gehen die Betriebsmittel relativ schnell an die alten Eigentümer zurück. Das Geschäft zieht nun so stark an, das die bisherigen Tanklager nicht mehr ausreichen und man sich entschließt zum Bau neuer Tanklager in Dordrecht, wohin auch 1948 die Verwaltung verlagert wird. Mit dem Tanker ELIZABETH 2 wird 1949 ein 339 BRT großes Seeschiff in Dienst gestellt. Die Tankerflotte und die Kapazität der Tanklager wachsen nun rasch an.

In Anbetracht des zunehmenden Alters der Brüder Jacobus und Bastiaan und um die Kontinuität der Firma zu sichern wird ein Verkauf erwogen. Mitte 1967 stirbt Jacobus Broere und zur Jahreswende 1967/68 übernimmt die amerikanische Teneco die Firma, die weiterhin den Namen Broere trägt.

1969 wird mit PHILIP BROERE der erste Tanker mit Edelstahltanks in Dienst gestellt. In den 70er Jahren bleibt die Reederei auf Expansionskurs. Mit dem Ausscheiden von Bastiaan Broere aus dem Aufsichtsrat im Jahre 1973 endet die Verbindung zur Gründerfamilie.

Im Mai 1988 gibt Tenneco bekannt, dass sie Gebroeders Broere an den niederländischen Hafen- und Transportkonzern Pakhoed verkauft hat. Der Name Gebroeders Broere hört auf zu existieren und wird durch Broere Shipping BV ersetzt. Zum 01. November 1999 wird die Fusion der Pakhoed-Gruppe mit dem niederländischen Transport- und Logistikkonzern VanOmmeren zur Royal Vopak NV bekanntgegeben.

Die Chemikalientanker der Gruppe werden unter dem Namen Vopak Chemical Tankers geführt. Um die Produktivität dieser Sparte zu erhöhen, werden Gespräche mit der Reederei John T. Essberger geführt. Ziel ist es, den Schiffsraum effektiver zu nutzen, Ballastreisen zu vermeiden und den Kunden einen noch schnelleren Service anzubieten. Im Juli 2000 nimmt der Vopak Essberger ChemPool seine Arbeit auf. Die mittlerweile 25 Schiffe (14 Vopak/11 JTE) werden gemeinsam aus den Büros in Dordrecht und Hamburg befrachtet und operiert. Das gemeinsam bediente Fahrtgebiet reicht von der Ostsee über die Nordsee bis hinein ins Mittelmeer.

Am 30. September 2003 übernimmt die Rantzau-Gruppe die Reederei Vopak Chemical Tankers und führt seitdem die Aktivitäten in Dordrecht unter dem Traditionsnamen Broere fort.