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TMS WILHELMINE ESSBERGER JTE




Foto: Archiv JTE

Am 12. Januar 1954 läuft unter der Bau-Nummer 661 das bei der Deutschen Werft AG, Hamburg-Finkenwerder, für die Reederei John T. Essberger erbaute 18.390 tdw große Tankmotorschiff WILHELMINE ESSBERGER vom Stapel.

Das 177,19 Meter lange, 21,95 Meter breite und 11,53 Meter hohe Schiff hat einen Tiefgang von 9,22 Meter. Die Geschwindigkeit beträgt 14 Knoten. Eingerichtet ist das Schiff für 46 Mann Besatzung.

Die Ablieferung an die Reederei erfolgt am 03. März 1954. Eingesetzt wird das Schiff für den Transport von Rohöl für die Vaccuum Öl AG (Mobil).



TMS WILHELMINE ESSBERGER mit Mobil - Funnel


Foto: Archiv JTE


TMS WILHELMINE ESSBERGER im Schwimmdock DW


Foto: by H. D. Lütkenhorst

Im Jahre 1964 erfolgt bei den Nordseewerken in Emden der Umbau des Schiffes zum Chemikalientanker. Die Wiederindienststellung unter dem neuen Namen ESSBERGER CHEMIST erfolgt am 08. Juni des gleichen Jahres.



TMS ESSBERGER CHEMIST


Foto: Archiv JTE


Explosion auf TMS ESSBERGER CHEMIST



Am 02. Juni 1967 fällt der Chemikalientanker ESSBERGER CHEMIST unweit der Azoren-Insel San Miguel zwei heftigen, unverschuldeten Explosionen zum Opfer. Fast die gesamte Decksbesatzung ist an diesem Tag mit Malerarbeiten auf dem achteren Tankdeck beschäftigt. Um 10:00 Uhr vormittags ist die übliche Teezeit, die Seeleute begeben sich deshalb nach achtern. Diese Tatsache rettet ihnen das Leben.

Wenig später erschüttert eine fürchterliche Explosion das Schiff, der Sekunden später eine zweite folgt. Die Mittschiffsaufbauten sind sofort in dicken Qualm und Gasschwaden gehüllt. Das Ausmaß der Katastrophe kann deshalb noch nicht gleich überblickt werden.

Die Besatzung hat in den giftigen Schwaden mit Luftmangel zu kämpfen. Sie bekommt Order, sofort die Boote klarzumachen. Der Funkoffizier bekommt den Auftrag, unverzüglich SOS-Rufe zu senden und danach die Anlage auf die Abstrahlung eines Dauertons zu schalten, damit der Havarist eingepeilt werden kann.

Nachdem sich der größte Teil des schwarzen Qualms verzogen hat, kann man endlich den Grad der Zerstörung erkennen. Das Schiff ist in 2 Teile zerrissen worden. Jener Teil des Tankdecks, auf dem an diesem Morgen gemalt worden ist, ist buchstäblich in die Luft geflogen. Dieser ganze Schiffsteil ist völlig zerfetzt.

Es mutet wie ein Wunder an: Um 10:55 Uhr sind alle 46 Mann in den Rettungsbooten - nahezu jeder unverletzt. Die Boote werden zunächst aus dem Gefahrenbereich gebracht. Kurz nach 14:00 Uhr wird das erste Flugzeug vom Such- und Rettungsdienst gesichtet. Es wirft Rettungsinseln und Funkgeräte ab. Beim nächsten Anflug springen zwei Froschmänner per Fallschirm ab und stellen Funkverbindung zur Maschine her. Auch werden zwei Schlepper zur Hilfeleistung angefordert. Um 19:00 Uhr erscheint das norwegische Motorschiff TORMAR und übernimmt die Schiffbrüchigen bis auf 6 Mann, die das Arbeitsboot eines ebenfalls herangekommenden Bergungsschleppers aufpickt.



Vorschiff TMS ESSBERGER CHEMIST


Foto: Archiv JTE

Das Achterschiff der ESSBERGER CHEMIST wird von dem Schlepper nach Ponta Delgada / Azoren eingebracht, während dem noch mit 1.700 t höchst gefährliche Chemikalien beladenen Vorschiff die Einlauferlaubnis vom Hafenkapitän verweigert wird. Tage später hat man es durch Torpedos des britischen Nuklearunterseebootes DREADNOUGHT und der Fregatte SALSBURY versenkt.

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Am 27. August 1967 wird das Achterschiff nach Castellon geschleppt, wo es dann letztendlich abgebrochen wird.