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MS BAMBURI DAL




Foto: Slg. Kraft

Anfang 1963 bestellen die DAL gemeinsam mit ihrem Partner Dr. Felix Mandel, einen Zementfabrikbesitzer in der Schweiz, bei der Howaldtswerke AG in Hamburg, das erste Zementschiff. Es ist ein hochmoderner Tanker, denn Zement wird nicht mehr in Säcken transportiert, sondern in Bulk, wobei eine Förderanlage die Lade- und Löschvorgänge übernimmt.

Am 03. Juli 1963 läuft unter der Bau-Nummer 960 das 3.455 BRT große Schiff vom Stapel. Frau Anni Mandel tauft das Schiff auf den Namen BAMBURI, nach der gleichnamigen Fabrik in Mombasa.



MS BAMBURI DAL


Foto: Archiv DAL



Das 106,66 Meter lange, 16,50 Meter breite und 7,75 Meter hohe Schiff hat einen Tiefgang von 6,45 Meter. Die Geschwindigkeit beträgt 14,5 Knoten. Eingerichtet ist das Schiff für 38 Mann Besatzung.



MS BAMBURI DAL


Foto: by Bosse



Die Probefahrt und die Ablieferung an die Cement Carriers S.A. erfolgen am 05. November 1963. Anschließend nimmt die BAMBURI unter Kapitän Zimmermann, dem 1. NO Bosse und dem Ltd. Ing. Pohl Kurs auf Mombasa. Dort ist alles vorbereitet. Die DAL haben mit Hans-Dieter Sohst rechtzeitig einen eigenen Mann vor Ort geschickt, zu dessen vordringlichsten Aufgaben es gehört, eine neue Festmacherboje für das Schiff auslegen zu lassen, weil der Liegeplatz am Kai den Anforderungen nicht genügt.

In Mombasa sind damals nur 2 kleinere Küsten-Zementschiffe beschäftigt. Die BREMER ROLAND versorgt Somalia mit Zement, da der STRABAG-Konzern dort Straßen baut. Die SOUTHERN BAOAB der Southern Line bedient die Inseln des Indischen Ozeans. Auf dieser Route nach Mauritius und Madagaskar kommt auch die BAMBURI zum Einsatz.

Für Hans-Dieter Sohst bringt die BAMBURI viel Arbeit. Zwar gibt es genug Ladung, doch als die Reederei die deutschen Mannschaftsdienstgrade gegen einheimische, kenianische Crews austauschen will, kommt es zu Streiks an Bord. Es gelingt schließlich eine Einigung herbeizuführen, aber mit dem Wechsel auf kenianische Seeleuteergeben sich neue Probleme. Viele der kenianischen Seeleute leiden unter Nachtblindheit - und bekommen außerdem, kaum hat man das Schiff den Hafen verlassen, furchtbares Heimweh, obwohl die Reisen nicht sehr lange dauern und die BAMBURI in Mombasa sozusagen rein- und rausgeht. Bald gehen die Reisen jedoch auch zu entfernteren Zielen im Indischen Ozean, bis in den Persischen Golf, ja, sogar bis nach Fernost.

1979 kommt die BAMBURI unter die Flagge Kenias, neuer Heimathafen wird Mombasa.

Am 20. September 1980 liegt die BAMBURI beim Löschen der Ladung unter Geschützdonner im irakischen Hafen Khor-al-Zubair - und ist damit mitten in den iranisch-irakischen-Krieg geraten. Zwei Jahre später hat sich die Lage so zugespitzt, dass nicht nur die Besatzung, sondern auch die Bewachung des Schiffes abgezogen werden muß. Die Reederei meldet die BAMBURI der Versicherung als "total loss", und die zahlt auch. Das Ende der BAMBURI ist das jedoch nicht, es ist nur eine kurze Pause.

Der türkische Kaufmann Metin Bener erwirbt das verlassene Schiff 1982. Aber erst 1988 gelingt es ihm, die BAMBURI aus dem Irak freizubekommen, nach Istanbul zu verholen und an die griechische Firma Heracles Shipping, Athen, zu verkaufen, das nun den Namen POSEIDON gibt.

Heute ist die Horus Shipping Eigner des Schiffes, das nun den Namen NAFSITHOI trägt und weiter im Mittelmeer eingesetzt wird, inzwischen ein echter Methusalem. Ein Symbol deutscher Wertarbeit - und erfolgreicher Zementfahrt.



MS NAFSITHOI


Foto: by I. Meshkov



MS NAFSITHOI


Foto: by I. Meshkov